heute war sechseläuten. ein zürcher frühlingsfest, dessen höhepunkt darin besteht, einen mit sprengstoff gefüllten kunststoffschneemann (der auch noch böögg heißt) auf einen scheiterhaufen zu stellen, jenen anzuzünden und anhand des zeitintervalls vom anzünden bis zur sprengung des bööggkopfes meteorologische legenden über den kommenden sommer zu stricken.
wenn dir beim lesen des ersten absatzes ein wesentlicher unterschied zwischen dem von johannes calvin geprägten zürich und dem von helmut fischer geprägten münchen entgangen ist, erzählt dir der dritte absatz eine pointenlose geschichte, die jedoch klarheit bringen soll.
ich stehe also am sechseläutenplatz und warte auf die entzündung des scheiterhaufens. (die vorstellung, dass da oben auch sepp blatter stehen könnte, sei hier nur als nebengedanke erwähnt). jedenfalls dreht sich ein neben mir stehenden zürcher zu mir und fragt mich: "wie lange wird der böögg heute wohl stehen bleiben? hä? 6 minuten?" ich vermiese ihm dann einen teil des abends, indem ich antwortete: "so lange halt, bis er auseinand fliegt."
der abend wird meinem zürcher freund endgültig durch den böögg persönlich vermiest, dem es erst nach handgestoppten 18 minuten den kopf wegbläst. mieser sommer also in zürich. dann komme ich eben öfter nach münchen.
Monday, April 18, 2005
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